Sensibilisierungsfilm für die DFG:
Wege zur Bias-Vermeidung in der wissenschaftlichen Begutachtung
Wie kann das Antragsverfahren der Deutschen Forschungsgemeinschaft so fair und offen wie möglich gestaltet werden? Ein Film mit erfahrenen Gutachterinnen und Gutachtern.
Credits
- Regie
- Producer
- Regieassistenz
- Kamera
- Ton
- Illustration
- Postproduktion
Eckdaten
- Kunde
- Format
- Genre
- Veröffentlichung
- Länge
- Sprachfassungen
- Zielgruppe
- Einsatzkontext
- Drehorte
- Produktionsfirma
Über das Projekt
Die Herausforderung: Faire Begutachtung trotz unbewusster Voreingenommenheit
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert deutsche Spitzenforschung durch ein dreistufiges Antragsverfahren, das auf wissenschaftlichem Wettbewerb und Peer-Review basiert. Tausende Forschungsanträge werden jedes Jahr von ehrenamtlichen Gutachterinnen und Gutachtern bewertet — Fachleute aus aller Welt, die ihre Zeit und Expertise zur Verfügung stellen, um die Qualität der deutschen Forschungslandschaft zu sichern.
Die Lösung: Ein Sensibilisierungsfilm mit Stimmen aus der Praxis
Der Sensibilisierungsfilm, den die Sterntaucher Filmproduktion 2023 für die DFG produziert hat, geht genau dieser Frage nach: Wie kann ein Begutachtungsverfahren so fair und offen wie möglich gestaltet werden? Was zeichnet ein gutes Gutachten aus? Und welche konkreten Schritte können einzelne Gutachterinnen und Gutachter ergreifen, um Voreingenommenheit aktiv zu vermeiden?
Das Ergebnis: Ein Film, der Schulung, Diskurs und Inklusion verbindet
Sterntaucher hat den Film in deutscher und englischer Sprachfassung produziert. Eine barrierefreie Version mit Audiodeskription wurde ebenfalls realisiert, sodass das Sensibilisierungsangebot auch Menschen mit Sehbehinderung zugänglich ist. Der Film wird seitdem in DFG-Schulungen für Gutachtende, im Online-Auftritt der DFG und auf Veranstaltungen eingesetzt — und ist damit fester Bestandteil der DFG-Bemühungen um faire wissenschaftliche Begutachtung.
Was zeigt der Film
Die Verantwortung der Gutachterinnen und Gutachter
Der Film eröffnet mit Stimmen aus der Praxis:
"Als Gutachterinnen und Gutachter tragen wir große Verantwortung. Wir entscheiden, ob ein Forschungsprojekt umgesetzt werden kann oder nicht. Das hat Auswirkungen auf wissenschaftliche Karrieren."
Genau deshalb sei es entscheidend, das Thema Voreingenommenheit immer wieder neu zu reflektieren und die eigene Haltung kritisch zu prüfen. Voreingenommenheit gegenüber Stereotypen, Geschlecht oder Herkunft dürfe keinen Platz im Begutachtungsprozess haben, weil sie zu Ungerechtigkeit führe. Eine Gutachterin formuliert es so:
"Das ist eine Herausforderung. Es ist manchmal unbequem. Es verlangt von uns, unsere Haltung zu hinterfragen. Es erfordert vermutlich auch einen Kulturwandel — und das ist immer ein anspruchsvoller Prozess."
Wie unbewusste Voreingenommenheit funktioniert
Der Film veranschaulicht das Phänomen anhand von KI-generierten Portraitbildern. Keines zeigt eine reale Person — und doch erscheinen uns einige sympathischer oder kompetenter als andere. Unser Denken läuft über automatisierte Bewertungsprozesse, die uns im Alltag schnelle Entscheidungen ermöglichen, gleichzeitig aber von unbewussten Vorannahmen geprägt sein können.
Was Studien zur Befangenheit im Peer Review zeigen
Der Film zitiert vier wegweisende Untersuchungen, die das Ausmaß von Implicit Bias im wissenschaftlichen Begutachtungsprozess belegen:
"Es ist erschütternd zu sehen, wie groß der Einfluss von Voreingenommenheit im Peer-Review-Prozess ist — und wie messbar."
Strategien für faire, kriteriengeleitete Begutachtung
Die im Film befragten Gutachterinnen und Gutachter beschreiben konkrete Wege, um eigene Bias zu erkennen und zu hinterfragen.
"In der Begutachtung muss ich objektiv sein, und das ist keinesfalls einfach. Selbst wenn ich Namen ausblende oder gar nicht erst hinschaue — in meinem Fachgebiet lese ich oft zwischen den Zeilen. Wer ist das? Ein Mann? Eine Frau? Aus Deutschland? Aus dem Ausland? Auf solche Fragen müssen wir uns immer wieder konzentrieren."
Drei Empfehlungen ziehen sich durch die Aussagen:
1.) Sich Zeit nehmen und gründlich nachdenken.
Schnelle Bewertungen begünstigen automatisierte Urteile. Bewusste Pausen helfen, eigene Voreingenommenheit zu erkennen.
2.) Sensibilisierung und Selbstkritik.
"Es ist entscheidend, Menschen zu trainieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Gutachterinnen und Gutachter selbstkritisch sein müssen."
Im Begutachtungssetting muss klar sein: Bewertet wird nicht die Person, sondern die Forschung.
3.) Klare Leitlinien strikt anwenden.
"Wir brauchen ganz klare Vorgaben — und die haben wir. Wir müssen uns fragen: Mache ich das richtig? Halte ich mich an die Leitlinien, oder weiche ich ab?"
Ebenso zentral: Bewertung und Beurteilung sollten ausschließlich auf Grundlage der eingereichten Antragsdokumente erfolgen. Der Film schließt mit einer klaren Botschaft: Diversität und Gleichberechtigung sind untrennbarer Bestandteil exzellenter Forschung. Sich des Themas Voreingenommenheit bewusst zu werden, ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.
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Anfrage an die Sterntaucher Filmproduktion
Rufen Sie gern bei Producerin Viry Kem an, um sich unverbindlich
von der Sterntaucher Filmproduktion beraten zu lassen.
040 609 400 050
vk@sterntaucher-filmproduktion.de

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