Dokumentation der Leopoldina-Zukunftswerkstatt:
Landwende — Wie wollen wir leben?
Wie wollen wir Land in Zukunft so nutzen, dass die Bedürfnisse aller Menschen sowie von Natur und Klima bedacht sind? 25 junge Vertreter*innen entwickeln Szenarien — Sterntaucher hat ihren Diskurs dokumentiert.
Credits
- Regie
- Producer
- Kamera
- Ton
- Illustration
- Postproduktion
Eckdaten
- Kunde
- Wissenschaftliche Leitung
- Moderation & Begleitung
- Format
- Genre
- Veröffentlichung
- Länge
- Sprachfassungen
- Zielgruppe
- Einsatzkontext
- Drehorte
- Produktionsfirma
Über das Projekt
Die Herausforderung: Land als begrenzte Ressource in Zeiten konkurrierender Ansprüche
Land ist eine begrenzte Ressource — und kaum eine andere wird derzeit so umkämpft genutzt. Soll auf einer Fläche Wald wachsen oder ein Wohngebiet entstehen? Soll dort Nahrung erzeugt werden, oder soll sie der Energiegewinnung durch Windkraft oder Solarpaneele dienen? Hinter solchen Entscheidungen verbergen sich grundlegende Zielkonflikte zwischen Biodiversitätsschutz, Klimaschutz und Ernährungssicherung. In den letzten 70 Jahren hat der Mensch derart in die Ökosysteme eingegriffen, dass diese — und damit auch die eigene Lebensgrundlage — gefährdet sind. Will man diese Prozesse aufhalten, braucht es eine grundlegende Veränderung der Landnutzung: eine "Landwende". Doch eine Landwende ist nicht allein eine wissenschaftliche oder politische Aufgabe. Sie ist eine gesellschaftliche Aushandlung. Wie wollen wir in Zukunft leben? Welche Werte sind uns wichtig? Welche Visionen haben wir für unsere Landschaften, unsere Versorgung, unsere Lebensformen? Diese Fragen müssen breit diskutiert werden — gerade auch von der jungen Generation, deren Zukunft am unmittelbarsten betroffen ist.
Die Lösung: Eine Zukunftswerkstatt mit jungen Stimmen, filmisch dokumentiert
Im Frühjahr 2024 hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina die erste Zukunftswerkstatt zum Thema Landwende ausgerichtet. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung) und in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) wurden rund 25 junge Vertreter*innen unterschiedlichster Institutionen und Disziplinen eingeladen, Szenarien für eine zukunftsfähige Landnutzung zu entwickeln.
Begleitend zur Zukunftswerkstatt hat die Sterntaucher Filmproduktion eine Dokumentation und eine digitale Graphic Novel produziert. Der Film begleitet die Teilnehmenden über die ersten beiden Tage in der Leopoldina in Halle (Saale): vom Ankommen über wissenschaftliche Impulsvorträge zu Biodiversität, Klima, Ernährung, Psychologie, Ökonomie und Ethik bis hin zu Visioning-Worldcafés, einer Exkursion zu einem Bio-Bauernhof und Fishbowl-Diskussionen. Drei junge Protagonist*innen — eine Studentin der Psychologie, eine Studentin der Agrarwissenschaft und ein Student der Erziehungswissenschaft — bieten Identifikationsflächen und machen die Entwicklung von Orientierungswissen erlebbar.
Das Ergebnis: Ein Film, der Diskurse anstößt und Jugendliche zeigt, die Lösungen denken
Mit einer Länge von rund sechs Minuten in HD 16:9, in deutscher Sprachfassung und mit englischen Untertiteln richtet sich der Film an drei klar umrissene Zielgruppen: politische Entscheidungsträgerinnen auf Landes- und Bundesebene, eine wissenschaftsinteressierte und engagierte Bevölkerung (insbesondere junge Menschen) sowie Presse, öffentliche Diskurse und Multiplikatorinnen.
Was zeigt der Film
Die Suche nach positiven Zukunftsbildern in Zeiten konkurrierender Krisen
Der Film eröffnet mit einer zentralen Beobachtung: Land scheint auf den ersten Blick unbegrenzt verfügbar — tatsächlich aber konkurrieren ganz unterschiedliche Ansprüche um diese Ressource. Nahrungsmittel sollen angebaut, Biodiversität geschützt, das Klima bewahrt werden. Diese Ansprüche prallen aufeinander und führen zu Konfliktsituationen.
Eine Teilnehmerin erklärt die Motivation hinter dem Format:
"Was mich motiviert ist, dass wir uns in der Medienlandschaft vor allem mit Dystopien auseinandersetzen. Egal ob wir uns Nachrichten anschauen oder Spielfilme — es ist immer eine Zukunftsvision, in der wir viel Leid erfahren. Aber wir schauen nie dorthin, wo wir Chancen sehen können, und wir schauen nie dorthin, worauf wir hinarbeiten können."
Genau hier setzt die Zukunftswerkstatt der Leopoldina an: ein Format, das bewusst positive Zukunftsbilder zulässt und gegen Krisengefühle und Lähmung wirkt.
"Es hat auch Angst ausgelöst, weil man aktuell von vielen Krisen umgeben ist und wir alle nicht wissen, wo das hinführen wird. Und dann zu sagen: Okay, wir lösen uns davon und wir sagen einfach, wie wollen wir 2070 leben — das ist super spannend und gleichzeitig auch super schwer, weil wir uns von allen Zwängen lösen müssen." — Teilnehmerin der Zukunftswerkstatt
Eine interdisziplinäre Werkstatt mit jungen Stimmen
Im Frühjahr 2024 hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese die erste Zukunftswerkstatt zum Thema Landwende veranstaltet. Eingeladen waren junge Menschen unterschiedlichster Perspektiven, gemeinsam Visionen dafür zu entwickeln, wie das Land im Jahr 2070 genutzt werden soll. Moderiert wurde der Prozess vom Foresight-Team des Fraunhofer ISI (Institut für System- und Innovationsforschung).
Die Diversität der Teilnehmenden ist programmatisch: Vertreter*innen aus Medizin und IT, aus dem Agrarsektor und der Waldwirtschaft, aus dem sozialen Bereich und aus der Landwirtschaft direkt — Menschen aus der Stadt und Menschen vom Land, vom familiengeführten landwirtschaftlichen Betrieb bis zur Klimaforschung.
"Im Endeffekt ist das, was wir hier machen, gelebte Demokratie. Wir haben die verschiedenen Perspektiven, die miteinander arbeiten, Dinge aushandeln, auch Spannungen aushalten müssen. Es knistert öfter in der Luft, und das ist nicht nur Liebe hier in der Zukunftswerkstatt." — Teilnehmerin der Zukunftswerkstatt
Wissenschaftlicher Input aus fünf Disziplinen
Bevor die Teilnehmenden eigene Visionen entwickeln, beschäftigen sie sich mit den Herausforderungen — gestützt auf den Input ausgewählter Expert*innen. Eine Klimaforscherin, eine Ökonomin, eine Biodiversitätsforscherin und ein Ethiker bringen ihre jeweiligen Perspektiven ein.
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese erklärt das Prinzip:
"Aus unterschiedlichen Perspektiven Hintergrundwissen bieten — gerade diese Diversität der Ansätze, diese Interdisziplinarität ist wichtig, um dem Thema wirklich fundiert nahezukommen. Wir wollen analysieren, wie es gerade läuft, was vielleicht schlecht daran ist, wo Verbesserungsmöglichkeiten sind, was unsere Visionen sind und wie wir uns vorstellen, 2070 zu leben — und dann auch, wie wir dahin kommen."
In den Diskussionen kristallisieren sich gemeinsame Werte heraus: Gemeinschaftsgefühl, soziale Gerechtigkeit, Bildung, ein konstruktiver Umgang mit Demokratie und Spannungsverhältnissen — und vor allem die Frage, wie Ernährungssicherheit ohne weitere Naturzerstörung zu erreichen ist.
Eine Vision für 2070 — und die Schritte dorthin
Nach fünf Tagen intensiver Auseinandersetzung entsteht eine Vision, die fünf Dimensionen vereint:
- Klima- und Umweltschutz
- Artenvielfalt
- Demokratie und Partizipation
- Soziale Gerechtigkeit und Inklusion
- Gute Arbeit und lebenswerter Wohnraum
Wichtig: Die Vision beschreibt nicht nur einen Zielzustand, sondern auch konkrete Schritte, wie eine solche Landwende möglich werden kann. Ein zentraler Punkt dabei ist die Regenerationsfähigkeit der Natur selbst: Ehemalige Braunkohle-Abbaugebiete zeigen, dass Landschaften sich nach massiven menschlichen Eingriffen revitalisieren lassen — und welche Heilungskraft die Natur besitzt, wenn man ihr Raum gibt.
Der Film schließt mit einem Ausblick, der die Tonalität der gesamten Zukunftswerkstatt zusammenfasst:
"Mein größtes Ziel ist, dass die Menschen 2070 auf dieses Zukunftsbild schauen, das wir hier entwickelt haben und das weiterentwickelt wurde, und sich denken: Ja — aber wir haben es besser gemacht." — Teilnehmerin der Zukunftswerkstatt
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Anfrage an die Sterntaucher Filmproduktion
Rufen Sie gern bei Producerin Viry Kem an, um sich unverbindlich
von der Sterntaucher Filmproduktion beraten zu lassen.
040 609 400 050
vk@sterntaucher-filmproduktion.de

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