Dokumentation der Leopoldina-Zukunftswerkstatt:
Landwende — Wie wollen wir leben?

Wie wollen wir Land in Zukunft so nutzen, dass die Bedürfnisse aller Menschen sowie von Natur und Klima bedacht sind? 25 junge Vertreter*innen entwickeln Szenarien — Sterntaucher hat ihren Diskurs dokumentiert.

Credits

  • RegieMarina Kem
  • ProducerMaite Roselius
  • KameraSimon Hollmann
  • TonHennig Jäger
  • IllustrationKathleen Uebigau
  • PostproduktionAlex Holthaus

Eckdaten

  • KundeNationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • Wissenschaftliche LeitungProf. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung)
  • Moderation & BegleitungFraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)
  • FormatDokumentationsfilm + digitale Graphic Novel
  • GenreWissenschaftskommunikation
  • Veröffentlichung15. Oktober 2024
  • Länge5:30 Minuten
  • SprachfassungenDeutsch (mit englischen Untertiteln)
  • ZielgruppePolitik (Landes- und Bundesebene), engagierte Bevölkerung, junge Menschen, Presse, Multiplikator*innen
  • EinsatzkontextPolitische Veranstaltungen, wissenschaftliche Diskurse, Online-Auftritt der Leopoldina und beteiligter Institute, zivilgesellschaftliche Debatten
  • DrehorteLeopoldina Hauptsitz Halle, Bio-Bauernhof (Exkursion)
  • ProduktionsfirmaSterntaucher Filmproduktion GmbH
  • Bonus-AssetDigitale Graphic Novel (PDF)

Über das Projekt

Die Herausforderung: Land als begrenzte Ressource in Zeiten konkurrierender Ansprüche

Land ist eine begrenzte Ressource — und kaum eine andere wird derzeit so umkämpft genutzt. Soll auf einer Fläche Wald wachsen oder ein Wohngebiet entstehen? Soll dort Nahrung erzeugt werden, oder soll sie der Energiegewinnung durch Windkraft oder Solarpaneele dienen? Hinter solchen Entscheidungen verbergen sich grundlegende Zielkonflikte zwischen Biodiversitätsschutz, Klimaschutz und Ernährungssicherung. In den letzten 70 Jahren hat der Mensch derart in die Ökosysteme eingegriffen, dass diese — und damit auch die eigene Lebensgrundlage — gefährdet sind. Will man diese Prozesse aufhalten, braucht es eine grundlegende Veränderung der Landnutzung: eine "Landwende". Doch eine Landwende ist nicht allein eine wissenschaftliche oder politische Aufgabe. Sie ist eine gesellschaftliche Aushandlung. Wie wollen wir in Zukunft leben? Welche Werte sind uns wichtig? Welche Visionen haben wir für unsere Landschaften, unsere Versorgung, unsere Lebensformen? Diese Fragen müssen breit diskutiert werden — gerade auch von der jungen Generation, deren Zukunft am unmittelbarsten betroffen ist.

Die Lösung: Eine Zukunftswerkstatt mit jungen Stimmen, filmisch dokumentiert

Im Frühjahr 2024 hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina die erste Zukunftswerkstatt zum Thema Landwende ausgerichtet. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung) und in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) wurden rund 25 junge Vertreter*innen unterschiedlichster Institutionen und Disziplinen eingeladen, Szenarien für eine zukunftsfähige Landnutzung zu entwickeln.

Begleitend zur Zukunftswerkstatt hat die Sterntaucher Filmproduktion eine Dokumentation und eine digitale Graphic Novel produziert. Der Film begleitet die Teilnehmenden über die ersten beiden Tage in der Leopoldina in Halle (Saale): vom Ankommen über wissenschaftliche Impulsvorträge zu Biodiversität, Klima, Ernährung, Psychologie, Ökonomie und Ethik bis hin zu Visioning-Worldcafés, einer Exkursion zu einem Bio-Bauernhof und Fishbowl-Diskussionen. Drei junge Protagonist*innen — eine Studentin der Psychologie, eine Studentin der Agrarwissenschaft und ein Student der Erziehungswissenschaft — bieten Identifikationsflächen und machen die Entwicklung von Orientierungswissen erlebbar.

Der Film verfolgt ein dokumentarisches Prinzip: Die Kamera tritt zurück, Funkmikros bleiben unsichtbar, Drohnenaufnahmen erweitern den Blick auf das Gelände und die Exkursion. Ergänzend zur Dokumentation hat die Illustratorin Kathleen Uebigau eine digitale Graphic Novel gestaltet, die die wichtigsten erarbeiteten Zukunftsszenarien visuell aufbereitet und damit für Politik, Presse und breite Öffentlichkeit anschlussfähig macht.

Das Ergebnis: Ein Film, der Diskurse anstößt und Jugendliche zeigt, die Lösungen denken

Mit einer Länge von rund sechs Minuten in HD 16:9, in deutscher Sprachfassung und mit englischen Untertiteln richtet sich der Film an drei klar umrissene Zielgruppen: politische Entscheidungsträgerinnen auf Landes- und Bundesebene, eine wissenschaftsinteressierte und engagierte Bevölkerung (insbesondere junge Menschen) sowie Presse, öffentliche Diskurse und Multiplikatorinnen.

Eingesetzt wird die Dokumentation auf politischer Ebene, um Debatten zu Problembewusstsein und Lösungsszenarien zu lenken, auf gesellschaftlicher Ebene, um Diskurse zu "Wie wollen wir leben?" anzuregen, und auf medialer Ebene, um ein konstruktives, hoffnungsstiftendes Bild der jungen Generation zu etablieren — als engagierte, informierte, vorausdenkende Stimmen, die jenseits von gewalttätigem Aktionismus oder Null-Bock-Ratlosigkeit echte Vorschläge entwickeln.

Die begleitende Graphic Novel verlängert die Wirkung über den Film hinaus: Sie macht die in der Zukunftswerkstatt entwickelten Szenarien anschaulich, leicht verteilbar und in jedem politischen oder zivilgesellschaftlichen Kontext einsetzbar. Gemeinsam bilden Film und Graphic Novel ein mediales Paket, das die Landwende-Diskussion auf vielen Ebenen anschlussfähig macht.

Workshop-Sitzkreis im Säulensaal der Leopoldina in Halle (Saale): Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese im Gespräch mit Teilnehmenden
Moderatorin des Fraunhofer ISI erläutert Agenda und Gesprächsregeln der Zukunftswerkstatt Landwende vor Flipchart und Pinnwand
Hand schreibt "Teilhabe" und "Partizipation" auf eine grüne Haftnotiz — Visioning-Methodik der Leopoldina-Zukunftswerkstatt Landwende
Exkursion zu einem Bio-Bauernhof: Teilnehmende der Leopoldina-Zukunftswerkstatt erleben regenerative Landwirtschaft aus erster Hand
Graphic Novel zur Leopoldina-Zukunftswerkstatt Landwende: Illustration zum Spannungsfeld aus Biodiversität, Ernährung, Klima, Wirtschaft, Ethik und Politik
Graphic Novel Doppelseite "Vom Trilemma zum Multilemma": Anforderungen an Land und der Weg zu einer integrierten Vision für 2070

Was zeigt der Film

Die Suche nach positiven Zukunftsbildern in Zeiten konkurrierender Krisen

Der Film eröffnet mit einer zentralen Beobachtung: Land scheint auf den ersten Blick unbegrenzt verfügbar — tatsächlich aber konkurrieren ganz unterschiedliche Ansprüche um diese Ressource. Nahrungsmittel sollen angebaut, Biodiversität geschützt, das Klima bewahrt werden. Diese Ansprüche prallen aufeinander und führen zu Konfliktsituationen.

Eine Teilnehmerin erklärt die Motivation hinter dem Format: 

"Was mich motiviert ist, dass wir uns in der Medienlandschaft vor allem mit Dystopien auseinandersetzen. Egal ob wir uns Nachrichten anschauen oder Spielfilme — es ist immer eine Zukunftsvision, in der wir viel Leid erfahren. Aber wir schauen nie dorthin, wo wir Chancen sehen können, und wir schauen nie dorthin, worauf wir hinarbeiten können."

Genau hier setzt die Zukunftswerkstatt der Leopoldina an: ein Format, das bewusst positive Zukunftsbilder zulässt und gegen Krisengefühle und Lähmung wirkt.

"Es hat auch Angst ausgelöst, weil man aktuell von vielen Krisen umgeben ist und wir alle nicht wissen, wo das hinführen wird. Und dann zu sagen: Okay, wir lösen uns davon und wir sagen einfach, wie wollen wir 2070 leben — das ist super spannend und gleichzeitig auch super schwer, weil wir uns von allen Zwängen lösen müssen." — Teilnehmerin der Zukunftswerkstatt

Eine interdisziplinäre Werkstatt mit jungen Stimmen

Im Frühjahr 2024 hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese die erste Zukunftswerkstatt zum Thema Landwende veranstaltet. Eingeladen waren junge Menschen unterschiedlichster Perspektiven, gemeinsam Visionen dafür zu entwickeln, wie das Land im Jahr 2070 genutzt werden soll. Moderiert wurde der Prozess vom Foresight-Team des Fraunhofer ISI (Institut für System- und Innovationsforschung).

Die Diversität der Teilnehmenden ist programmatisch: Vertreter*innen aus Medizin und IT, aus dem Agrarsektor und der Waldwirtschaft, aus dem sozialen Bereich und aus der Landwirtschaft direkt — Menschen aus der Stadt und Menschen vom Land, vom familiengeführten landwirtschaftlichen Betrieb bis zur Klimaforschung.

"Im Endeffekt ist das, was wir hier machen, gelebte Demokratie. Wir haben die verschiedenen Perspektiven, die miteinander arbeiten, Dinge aushandeln, auch Spannungen aushalten müssen. Es knistert öfter in der Luft, und das ist nicht nur Liebe hier in der Zukunftswerkstatt." — Teilnehmerin der Zukunftswerkstatt

Wissenschaftlicher Input aus fünf Disziplinen

Bevor die Teilnehmenden eigene Visionen entwickeln, beschäftigen sie sich mit den Herausforderungen — gestützt auf den Input ausgewählter Expert*innen. Eine Klimaforscherin, eine Ökonomin, eine Biodiversitätsforscherin und ein Ethiker bringen ihre jeweiligen Perspektiven ein.

Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese erklärt das Prinzip:

"Aus unterschiedlichen Perspektiven Hintergrundwissen bieten — gerade diese Diversität der Ansätze, diese Interdisziplinarität ist wichtig, um dem Thema wirklich fundiert nahezukommen. Wir wollen analysieren, wie es gerade läuft, was vielleicht schlecht daran ist, wo Verbesserungsmöglichkeiten sind, was unsere Visionen sind und wie wir uns vorstellen, 2070 zu leben — und dann auch, wie wir dahin kommen."

In den Diskussionen kristallisieren sich gemeinsame Werte heraus: Gemeinschaftsgefühl, soziale Gerechtigkeit, Bildung, ein konstruktiver Umgang mit Demokratie und Spannungsverhältnissen — und vor allem die Frage, wie Ernährungssicherheit ohne weitere Naturzerstörung zu erreichen ist.

Eine Vision für 2070 — und die Schritte dorthin

Nach fünf Tagen intensiver Auseinandersetzung entsteht eine Vision, die fünf Dimensionen vereint:

  • Klima- und Umweltschutz
  • Artenvielfalt
  • Demokratie und Partizipation
  • Soziale Gerechtigkeit und Inklusion
  • Gute Arbeit und lebenswerter Wohnraum

Wichtig: Die Vision beschreibt nicht nur einen Zielzustand, sondern auch konkrete Schritte, wie eine solche Landwende möglich werden kann. Ein zentraler Punkt dabei ist die Regenerationsfähigkeit der Natur selbst: Ehemalige Braunkohle-Abbaugebiete zeigen, dass Landschaften sich nach massiven menschlichen Eingriffen revitalisieren lassen — und welche Heilungskraft die Natur besitzt, wenn man ihr Raum gibt.

Der Film schließt mit einem Ausblick, der die Tonalität der gesamten Zukunftswerkstatt zusammenfasst:

"Mein größtes Ziel ist, dass die Menschen 2070 auf dieses Zukunftsbild schauen, das wir hier entwickelt haben und das weiterentwickelt wurde, und sich denken: Ja — aber wir haben es besser gemacht." — Teilnehmerin der Zukunftswerkstatt

Weitere Wissenschaftsfilme von Sterntaucher

DFG | Zusammenarbeit

Unsere Zusammenarbeit mit der DFG

Damit Wissenschaft ihren vermittelnden Auftrag in allen Teilen der Bevölkerung gerecht werden kann, braucht sie heute eine exzellente Wissenschaftskommunikation über Bewegtbild. Hier setzt die DFG seit 2021 auf die Sterntaucher Filmproduktion als verlässlichen Vertragspartner mit verschiedenen Filmen und Formaten für den internen und externen Auftritt.

Fraunhofer | infernum

infernum-Imagefilm: Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften von FernUni Hagen und Fraunhofer UMSICHT

Der neue infernum Imagefilm von Sterntaucher bietet faszinierende Einblicke in das Konzept und die Mission des Interdisziplinären Fernstudiums Umweltwissenschaften (infernum). infernum ist ein renommiertes Weiterbildungsangebot, das sich speziell an berufserfahrene Fach- und Führungskräfte richtet. Es wird gemeinsam von der FernUniversität in Hagen und dem Fraunhofer-Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT angeboten.
Film ab

Uni Münster | Exzellenzcluster

Einblicke in die Exzellenzcluster der Universität Münster

Die Universität Münster macht Spitzenforschung durch gezielte Filmprojekte nahbar. In zwei ihrer profilierten Exzellenzcluster (Mathematik, Religion & Politik) wird die Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz, interdisziplinärer Zusammenarbeit und attraktiven Standortbedingungen filmisch in Szene gesetzt.
Filme ab

Leopoldina | Landwende

Graphic Novel und Dokumentation zur Zukunftswerkstatt Landwende der Leopoldina

Im Frühjahr 2024 veranstaltete die Leopoldina die erste Zukunftswerkstatt „Landwende: Wie wollen wir leben?“. Rund 25 junge Vertreter*innen entwickelten Szenarien für eine zukunftsfähige Landnutzung, die Menschen, Natur und Klima berücksichtigt. Der Austausch wurde von Sterntaucher filmisch dokumentiert, und die Ergebnisse in einer digitalen, leicht verständlichen Graphic Novel aufbereitet.

Die junge Akademie | Teaser

Teaser-Kampagne zum Mathefestival „Die 7 größten Abenteuer“

Für das Mathefestival „Die 7 größten Abenteuer der Mathematik“ hat Sterntaucher einen Teaserfilm produziert, der neugierig macht und Lust weckt, die Festival-Webseite zu besuchen. Darüber hinaus ist damit das Festival auf diversen Social Media Kanälen bekannt gemacht worden und es ist ein starker Wiedererkennungswert geschaffen worden.
Film ab

Limbo | Forschungsprojekt

Erklärfilm zum Forschungsprojekt Limbo

Dank „Limbo” haben sämtliche Verkehrsdaten in Deutschland eine neue Qualität: sie sind nun vereinheitlicht, vernetzt, veredelt und frei zugänglich. Der Animationsfilm von Sterntaucher fasst die wichtigsten Fakten des Projektes klar zusammen und veranschaulicht die abstrakte Datenwelt auf kreative und technisch hochwertige Weise.
Film ab

CoyPu | Forschungsprojekt

Erklärfilm zum Forschungsprojekt CoyPu

Zum Forschungsprojekt CoyPu, das sich mit der Strukturierung, Vernetzung und Analyse von heterogenen Daten aus wirtschaftlichen Wertschöpfungsnetzen beschäftigt, hat Sterntaucher einen animierten Erklärfilm erstellt, der die Plattform und die dahinter steckende Arbeitsweise auf einfache Weise beschreibt.
Film ab

Anfrage an die Sterntaucher Filmproduktion

Rufen Sie gern bei Producerin Viry Kem an, um sich unverbindlich
von der Sterntaucher Filmproduktion beraten zu lassen.

Porträtfoto von Viry Kem – junge Frau mit Brille und weißer Bluse vor dunklem; Teambild auf sterntaucher-filmproduktion.de.

Kontaktformular

Aufgabe von Sterntaucher im Projektablauf

Sterntaucher Filmproduktion GmbH
Schröderstiftweg 8 | 20146 Hamburg

E-Mail: web@sterntaucher-filmproduktion.de
Telefon: 040 609 400 050
www.sterntaucher-filmproduktion.de

Menü öffnen
DFG-ZusammenarbeitDFG-Communicator-PreisDFG-DFG-KarriereDFG-GWLDFG-FOMA-RIGDFG-AusgelotetDraegerStageJungheinrichHoliday-on-iceBeiersdorfBonne-nuit-papaBonne-nuit-papa InterviewGlück-auf-und-davon
Sterntaucher Filmproduktion LogoMenü schließen
/* === One-Page-Navigation-CSS === */